Die Gründung

Skihütte
Die erste Skihütte des SKN

29.Dezember 1910: Der Diplom-Ingenieur Hans Riefler, seit einem Jahr technischer Leiter der Firma Clemens Riefler, rief einen kleinen Kreis von Gleichgesinnten in den Gasthof "Zur Post"  zusammen. Seine beiden Schwestern Anna und Emilie, das Fräulein Gutbrod, der Werkmeister Gottlieb Lotter, der Mechaniker Adalbert Ott und der Schneidermeister Max Umfahrer. Der junge Ingenieur war dem Skilauf verfallen. Stellenbühl und Edelsberg, Zillhalde und Wankerberg waren schon Ende des 19.Jahrhunderts von Nesselwangern mit langen, oft allzu störrischen Ski erobert worden. Mit der Gründung des Skiklubs sollte "in herzlicher Kameradschaft" der touristische und sportliche Skilauf gefördert werden und in der Nesselwanger Jugend die Begeisterung für den "weißen Sport" geweckt werden.

Hans Riefler wurde Vorsitzender des neuen Klubs und blieb dies 27 Jahre. Kurz nach der Gründung hatte der Verein bereits 40 Mitglieder.

Die Anfänge - Skisport in Nesselwang

Klub Abfahrtslauf 1925
Klublauf 1912

Schon 1911 stand auf dem Stellenbühel, dem heutigen Stellenbichl, die Skihütte des Klubs, die Hans-Riefler-Hütte. Im Gründungswinter waren auch schon zwei Schneeschanzen gebuat worden. am Wankerberg, eine mit 70m Anlauflänge und 75 m Aufsprunghügel, daneben eine kleinere, für die Jugend. Hans Riefler förderte Zeit seines Lebens den Skiklub Nesselwang. er starb am 21.7.1967.

Erste Erfolge - Leistungssport

Den Begriff gab es damals noch nicht, doch die Einstellung war vorhanden: Die Nesselwanger Skisportler wollten Leistungen erbringen, sich mit den Bestern messen, stets und immer wieder, in diesen 100 Jahren.

Als erster Nesselwanger startete bei den damals noch international besetzten Deutschen Meisterschaften 1911 in Immenstadt das Gründungsmitglied Adalbert Ott (geb. 1892). Der erste Weltkrieg unterbrach den Sportbetrieb...

Die erste große Staffel

Hans und Adalbert Ott, Josef Satzger, Ludwig Böck und Hans Riefler gewannen die erste Staffelmeisterschaft der Sportgeschichte überhaupt der erstmals 1923 in Oberstaufen ausgetragene Wettbewerb für 5 Läufer ging noch hoch auf die  Berge und steil abwärts, über schwierige, kraftraubende Strecken. Die Nesselwanger siegten 1923, 1926 und 1931, 1924 und 1930 wurde man zweiter.

Die härtesten 29 km: der ASV Staffellauf 1926 wurde über 5 Teilstrecken ausgetragen und verlief über kappeler Köpfle und Hufbichel zur Herzhütte, über Bürstling, Dinser  Hütte und Stechweide zurück zur herzhütte, danach gar bis zur Stubentalhütte und von dort über den heuberg, Haslacher Alpe und Teiter Wanne um Ziel in Bayerstetten. Die Nesselwanger siegten mit Adalbert Ott, Xaver Martin, Josef Satzger Ludwig Böck und Hans Ott.

Hans Ott wurde der erste herausragende Vertreter des SK Nesselwang: 4 x Allgäuer Meister, Meister von Tirol, Meister von Vorarlberg.

 

 

Ludwig Böck - der erste Olympionik

Nach dem 1.Februar 1914 begann eine weitere große Karriere - Ludwig Böck machte mit dem weitesten Satz aller Buben bereits als 12 jähriger auf sich aufmerksam. 1928 trat der mehrfache Allgäuer Meister der nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen in St.Moritz an. Als 7. unter 35 Teilnehmern aus 14 Nationen war er bester Nichtskandinavier. 1930/31 startete Ludwig Böck in Nordamerika, an den Winterspielen ein Jahr später traten keine deutschen Sportler mehr an. Trotz aller Widrigkeiten war Böck bei vielen internationalen Wettkämpfen erfolgreich, so auch am Holmenkollen. Seinen letzten Sprung machte Ludwig Böck im Alter von 46 Jahren zur Eröffnung der Füssener Kobelschanze.

Nachkriegszeit - meisterliche Staffeln

Meisterstaffel der 50er

Der 2.Weltkrieg unterbrach das sportliche Geschehen. Viele Aktive wurden Kriegsteilnehmer, kamen verletzt oder gar nicht mehr zurück. Mit Kriegsende war jegliche Vereinsarbeit für 1 Jahr verboten. Am 30. Januar 1946 begann der Neuanfang...

Bereits in den letzten Kriegsjahren waren Veranstaltungen befohlen worden, in denen sich Nesselwanger Jugendliche, die die Nachkriegszeit prägen sollten, in die Siegerlisten eintrugen: Helmut Böck, Armin Tanner, Helmut Martin, Georg Keller, Hermann Vogel. Vorstl_files/content/Verein/Geschichte/Langlauf_Xaver Hindelang+Helmut Boeck.jpgtand wurde Siegfried Doser, schwerverwundet aus dem Krieg heimgekehrt.

Die Nesselwanger Staffelmannschaften waren bekannt und gefürchtet: Mehr als 20 Allgäuer Meistertitel wurden in dieser Zeit errungen. Sechs Winter hintereinander, 1953-1958, wurde die Mannschaft mit Helmut Böck, Herbert Eberle, Georg Sutter und Xaver Hindelang Allgäuer Meister. Der eine oder andere lief in der Allgäuer Staffel und wurde bayerischer Meister, in der bayerischen Mannschaft und wurde Deutscher Meister.

Helmut Böck trat 1952 und 1956 bei den Olympischen Winterspielen und 1958 bei den Weltmeisterschaften in Oslo an. 1952 hatte er die Ehre, die deutsche Mannschaft als Fahnenträger anzuführen.

Eng mit den Erfolgen dieser Zeit verbunden sind weitere Sportler des SK Nesselwang: Adalbert Heider, Franz Hösle, Wendl Allgaier, Lothar Baronsee, Franz Martin, Erwin keller, Reinhold Mayr, Hans Mayr, Manfred Hailer, Thomas Köberle, Alfred Allgaier...

Georg Sutter wurde später für lange Jahre Cheftrainer der deutschen Langläufer.

Franz Keller - Olympiasieger 1968

Eine Generation danach sollte ein junger Nesselwanger den bis dahin größten Erfolg erringen: Franz Keller wurde 1968 in Grenoble Olympiasieger und Weltmeister in der Nordischen Kombination. 5 x gewann er den Goldenen Ski als Deutscher Meister in der Nordischen Kombination und 1966 als Meister im Skisprung. 1967 gewann er den Königspokal als Sieger der Nordischen Kombination der Holmenkollen Spiele, den Damen Pokal als bester Springer im Kombinationswettbewerb. 1968 "Sportler des Jahres" und Verleihung der höchsten deutschen Sportauszeichnung mit dem "Silbernen Lorbeerblatt. 1974 beendete Franz Keller seine erfolgreiche internationale Karriere aufgrund einer Verletzung. Durch Franz Keller wurde Nesselwang in Deutschland und der Welt bekannt.

Biathlon der 60er Jahretl_files/content/Verein/Geschichte/Biathlon_Herbert Hindelang 1_Retusche.jpg

Seit Beginn des Biathlon Sports sind Aktive Nesselwanger bei dieser Sportart vertreten. Herbert Hindelang nahm zwischen 1966 und 1971 fünfmal an Weltmeisterschaften teil und ebenfalls 1968 an den Olympischen Spielen in Grenoble.

 

 

Breite Basis - weitere Erfolge 70er Jahre

Weitere Talente machen auf sich aufmerksam: Franz Betz wird 1974 und 1975 Deutscher Meister im Langlauf über 30 km, steigt 1973 als 3. bei der Junioreneuropameisterschaft aufs Treppchen und nimmt an den Olympischen Winterspielen 1972 und 1976, sowie den Weltmeisterschaften 1974 teil. Gemeinsam mit Georg Martin wird er 1974 deutscher Staffelmeister.

1975 wird die Staffel der Nesselwanger Talente Deutscher Vereinsmeister: Wolfgang Mayr, Helmut Havelka, Georg Martin, Franz Betz.

Geprägt wurde diese Zeit durch den Einsatz und das Engagement der Vorstände Siegfried Doser, Helmut Böck, Reinhold Mayr, Sportwarte und Trainer Herbert Hindelang, Georg Martin, Georg Sutter, Sepp Vogler.

Im Biathlon wird Helmut Havelka 1971 Deutscher Meister im Einzellauf, daneben stehen Titel in der Staffel. Max Allgaier wird Sieger der deutschen Junioren Wettbewerbe 1970 und 1971.

Innovationen im Skisport - Weltcup - Skisprint

Der Skikllub Nesselwang war insbesondere in den 70er und frühen 80er Jahren aus dem Veranstaltungskalender der nordischen Wettbewerbe national und international nicht wegzudenken.  Neben der Junioren Europameisterschaft fanden zahlreiche internationale Wettbewerbe im Langlauf, der nordischen Kombination und einem weihnachtlichen Skisprint den Vorläufern der heutigen Veranstaltungen in der Arena auf Schalke oder dem Düsseldorfer Sprintwettbewerb.

Der Skiklub Nesselwang setzte als erster Veranstalter weltweit Computer zur Berechnung der Punkte im Skisprung und Computer zur Zeitmessung ein. Erfand gemeinsam mit Bruno Morawetz, dem bekannten Sportreporter ("Wo ist Behle ?) den Skisprint als attraktive fernsehwirksame Langlaufveranstaltung und in der Nordischen Kombination die Verfolgung.